Schock bei Stromrechnung: E.ON fordert deutlich über 13.000 Euro Nachzahlung

09.12.2019

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Horrende Energienachzahlung aufgrund von jahrelanger Schätzung
Horrende Energienachzahlung aufgrund von jahrelanger Schätzung
© 123rf/vchalup

Wenn der Strom- und Gasverbrauch vom Energieversorger jahrelang nur geschätzt wurde, können Kunden bei Abrechnung des tatsächlichen Verbrauchs ihr blaues Wunder erleben. Dem Marktwächter Energie liegt die Beschwerde einer Verbraucherin vor, deren Verbrauch über Jahre viel zu gering geschätzt wurde. Teilweise wiesen die Jahresabrechnungen deshalb sogar ein Guthaben auf. Mit Abrechnung der richtigen Verbrauchswerte kam dann aber plötzlich eine Nachforderung, die mehrere Tausend Euro betrug.

Der Strom- und Gaslieferant E.ON Energie Deutschland GmbH hat bei einer Verbraucherin aus Mecklenburg-Vorpommern über mehrere Abrechnungszeiträume den Verbrauch für Heizstrom geschätzt. Mit der korrigierten Abrechnung forderte E.ON von der Verbraucherin nunmehr eine Nachzahlung in Höhe von 13.374,64 Euro. Diesen Betrag sollte die Verbraucherin innerhalb von wenigen Wochen begleichen. Zusätzlich wurde der monatliche Abschlag auf 690 Euro festgesetzt. 
 
Die Betroffene nahm daraufhin Kontakt mit dem Energieversorger auf. Zunächst war E.ON wenig vergleichsbereit. Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern schaltete sich daraufhin ein und nahm ebenfalls zu E.ON Kontakt auf. Nach mehreren Schriftwechseln unterbreitete das Energieunternehmen der Verbraucherin ein Vergleichsangebot. In diesem wurde auf einen Teil der Forderung verzichtet, ein Ratenzahlungsplan für die Rückstände angeboten und die zukünftigen monatlichen Abschläge dem tatsächlichen Verbrauch angepasst.
 
„Obwohl der Gesetzgeber in der Verordnung für die Stromgrundversorgung die Grundlage für eine Schätzung verankert hat, sind hieran keinerlei Rechtsfolgen für den Versorger geknüpft. Dies wurde vom Gesetzgeber schlicht vergessen“, kritisiert Svenja Gesemann, Leiterin des Marktwächter Energie. „Am Ende ist immer der Verbraucher der Leidtragende, da auch hohe Forderungen nach dem Gesetz innerhalb weniger Wochen fällig werden und somit existenzbedrohend sein können.“

Teamleitung

Svenja Gesemann
Svenja Gesemann
Projektleiterin Marktwächter Energie
Verbraucherzentrale Bundesverband

Ansprechpartner

Timo Beyer
Leiter Marktwächter Kommunikation
(030) 258 00-529
Kathrin Ida Krockenberger
Kathrin Ida Krockenberger
Marktwächter Kommunikation
(030) 258 00-182
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