Vorsicht vor Abzocke am PC durch angeblichen Microsoft-Support

23.07.2018

Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt vor vermeintlichen Sicherheitswarnungen zu Virenbefall von Rechnern

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Eine Diebeshand kommt aus einerm Laptop-Bildschirm und greift nach einem Portemonnaie
Vorsicht vor Abzocke am PC durch angeblichen Microsoft-Support
© TimeStopper/Fotolia

Seit einigen Wochen häufen sich die Beschwerden im Frühwarnnetzwerk zu gefälschten Warnhinweisen am PC, die Verbrauchern suggerieren, es handele sich um eine Sicherheitswarnung von Windows. Verbraucher werden aufgefordert, den angeblichen Microsoft-Support anzurufen, um ihren Rechner von Viren befreien zu lassen. Angebliche „Microsoft Ingenieure“ überzeugen Verbraucher davon, bis zu 400 Euro für einen Software-Wartungsvertrag zu zahlen und ihnen per Fernwartung Zugriff auf den Rechner zu geben.

Dem Marktwächter-Team in Rheinland-Pfalz liegen aktuelle Fälle aus sechs  Bundesländern vor. Verbraucher berichten, sie hätten im Internet gesurft als sich plötzlich eine „Sicherheitswarnung“ öffnete, die den ganzen Browser-Bildschirm ausfüllte und sich nicht schließen ließ. Darin wird gewarnt, der Rechner sei von Viren befallen und deshalb gesperrt worden. Verbraucher sollten umgehend den Microsoft-Support kontaktieren, um das Problem zu lösen.

VERMEINTLICHE MICROSOFT-MITARBEITER ZOCKEN VERBRAUCHER AB

Verunsicherte Verbraucher rufen daraufhin den vermeintlichen Support an. Scheinbare Microsoft-Mitarbeiter überzeugen sie davon, ein angebliches Software-Wartungspaket gegen Viren zu kaufen. Dafür verlangen sie bis zu 400 Euro. „Verbrauchern wird hier vorgegaukelt, ihr Rechner und ihre gesamten persönlichen Daten seien in Gefahr“, so Manfred Schwarzenberg, Teamleiter Marktwächter Digitale Welt der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. „So schaffen es die vermeintlich hilfsbereiten Support-Mitarbeiter, die Verbraucher dazu zu bewegen, hohe Beträge für angebliche Wartungsverträge zu überweisen.“

BETRÜGER LASSEN SICH FERNZUGRIFF AUF RECHNER GEBEN

Die angeblichen Mitarbeiter lassen sich zudem während des Telefonats per Fernwartung Zugriff auf den vermeintlich befallenen Rechner geben. Die Betrüger können damit die Kreditkartendaten der Verbraucher einsehen, wenn diese direkt online für das Software-Zusatzpaket bezahlen. In einigen Fällen schilderten Verbraucher, dass die vermeintlichen „Microsoft-Ingenieure“ nach der Überweisung frei verfügbare Antiviren-Software auf dem Rechner installierten und anschließend behaupteten, der Rechner sei nun wieder von allen Viren befreit.

„Wir können Verbraucher nur davor warnen, dieser Meldung Glauben zu schenken oder gar die angezeigte Telefonnummer anzurufen“, sagt Schwarzenberg. „Es ist gut möglich, dass die Betrüger während des Fernzugriffs persönliche Daten abgreifen oder zusätzliche Schadsoftware auf dem Rechner installieren.“

VORSICHT VOR DIESEN FIRMEN

Im Zusammenhang mit dieser Abzock-Masche sind bislang folgende angebliche Firmen im Frühwarnnetzwerk in Erscheinung getreten: „Tet PC Guard“, „Global Technologies“ bzw. „Globel Technologies“, „GNR Management Services“, „Expert24“ und „PC Fix 911“.

Verbraucher, die auf diese Masche hereingefallen sind, können ihre Beschwerde an das Beschwerdepostfach der Marktwächter senden. Weitere Informationen zu dem Thema gibt es auf verbraucherzentrale.de.

Zusätzliche Informationen

Neben den Warnhinweisen ist auch eine Ansage zu hören, die Verbraucher ebenfalls warnt:
"Ihr Computer hat uns alarmiert, dass er mit schädlichen Trojanern infiziert wurde. Diese Viren schicken Ihre Kreditkartendaten sowie persönliche und private Daten über Remote-Adressen an Hacker weiter. Bitte rufen Sie uns sofort unter der angegebenen kostenlosen Nummer an, damit unsere Microsoft Support-Ingenieure Sie per Telefon durch den Lösungsvorgang navigieren können. Wenn Sie diese Seite schließen, ohne uns anzurufen, müssen wir Ihren Computer deaktivieren, damit weitere Schäden verhindert werden können."

 

Hinweis: Das Marktwächter-Team prüft die über Verbraucherbeschwerden gemeldeten Firmen nach bestem Wissen und Gewissen. Da die Möglichkeit eines Identitätsdiebstahls besteht, können wir im Einzelfall nicht ausschließen, dass die genannten Anbieter laut den Pop-up-Fenstern bzw. der Auskünfte der vermeintlichen Support-Mitarbeiter nicht hinter dieser Masche stecken. Sobald uns in solchen Fällen sichere Informationen diesbezüglich erreichen, aktualisieren wir unsere Meldung.

Please note: The team of Market Watch Digital World is constantly reviewing the reported company names to the best of our knowledge and belief. Nevertheless, we cannot completly exclude the possibility of an identity theft. In individual cases, there might be companies named in the pop-ups which are not behind this kind of scam. Therefore, we will update our press release as soon as we receive secure information on an identity theft.

 


UPDATE VOM 22.08.2018

Wir haben nochmals die Liste der Firmen aktualisiert, die im Zusammenhang mit dieser Abzock-Masche bislang in Erscheinung getreten sind: „Global Collect“, „Safecart“, „IHI Solutions PVT Ltd.“, „PC Wind Services Ltd.“, „Tet PC Guard“, „Global Technologies“ bzw. „Globel Technologies“, „GNR Management Services“, „Expert24“ und „PC Fix 911“.

UPDATE VOM 10.09.2018

Die Verbraucherbescherden rund um die Microsoft-Abzocke reißen nicht ab. Neueste Masche: Das angebliche Software-Wartungspaket wird gleich doppelt abgebucht und teilweise tauchen sogar Abbuchungsbeträge im vierstelligen Bereich auf.

UPADTE VOM 05.10.2018

Folgende Firmen sind neu im Frühwarnnetzwerk aufgetaucht: „Advanced System Repair“, „Cyprus IT Tech“, „Mac Makers“, „Harvin Techno Ltd“, „Tech Cure“, „Technische Support“ und „Windows Technik Tool Free“.

Teamleitung

Manfred Schwarzenberg
Manfred Schwarzenberg
Marktwächter Digitale Welt
Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz

Ansprechpartner

Yasmin Kirzeder
Yasmin Kirzeder
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(030) 258 00-535
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