Unbeliebte Zusatzleistungen bei Kreditkarten

03.11.2016

Verbraucher legen wenig Wert auf „Mehrwert“ von Kreditkarten

Anbieter koppeln an Kreditkarten immer mehr Zusatzleistungen wie Versicherungen oder Einkaufsvorteile. Allerdings sind die umfangreichen Versicherungspakete vielen Verbrauchern (44 Prozent) egal. 37 Prozent der Verbraucher finden es nicht gut, dass Kreditinstitute Einkaufsvorteile anbieten. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Rahmen des Projekts Marktwächter Finanzen durch die Verbraucherzentrale Sachsen. Auch die Transparenz bei den Preismodellen der Banken und Sparkassen hat Verbesserungspotential. Nur knapp jeder Dritte (31 Prozent) hält diese für transparent und nachvollziehbar.

„Umfangreiche Versicherungspakete als Beigabe zur Kreditkarte sind mir egal“ – sagen 44 Prozent der Verbraucher, die im September 2016 im Rahmen einer repräsentativen Umfrage durch das Marktforschungs­institut forsa im Auftrag des Marktwächters Finanzen der Verbraucherzentrale Sachsen befragt wurden. „Das bedeutet, viele Verbraucher bezahlen diese Leistungen, obwohl sie keinen Wert auf derartige Zusätze legen“, stellt Carmen Friedrich, Teamleiterin Marktwächter Finanzen fest. „Einkaufsvorteile, die einige Kreditinstitute mit ihren Karten kombinieren, werden häufig sogar abgelehnt.“ Lediglich 23 Prozent der Befragten finden es gut, dass Einkaufsvorteile angeboten werden, weit mehr Verbraucher (37 Prozent) stimmen dieser Einschätzung nicht zu. „Bei unserer Marktbeobachtung stellen wir fest, dass Banken und Sparkassen immer mehr Leistungen an Kreditkarten anbinden. Insbesondere geht es um diverse Reise- oder Rechtsschutzversicherungen, aber auch Warenschutz-, Internetkäuferschutz- oder Unfallversicherungen. Auch die erwähnten Einkaufsvorteile gewinnen an Fahrt“, so Carmen Friedrich. Bei der Umfrage kam außerdem heraus, dass lediglich ein Drittel der Befragten (31 Prozent) die Preismodelle der Kreditinstitute für transparent und nachvollziehbar hält.

 Nur für das bezahlen, was man auch will

„Wer möchte  für Leistungen zahlen, die ihm egal sind, die er vielleicht gar nicht braucht oder für die ihm die nötigen Informationen fehlen?“, so Carmen Friedrich. „Am Ende stellt sich die Frage, ob hier nicht unnötig Geld verbrannt wird. Deshalb ist es wichtig, dass sich Verbraucher zuerst überlegen, was sie von einer Kreditkarte oder einem Girokonto erwarten und auch mühsam das Kleingedruckte lesen, um herauszufinden, wofür sie tatsächlich ihr Geld ausgeben. Die Verbraucherzentralen unterstützen dabei gern.“

Teamleitung

Kerstin Schultz
Kerstin Schultz
Marktwächter Finanzen
Verbraucherzentrale Sachsen

Ansprechpartner

Timo Beyer
Leiter Marktwächter Kommunikation
(030) 258 00-529
Ihre Erfahrung zählt

Werden auch Sie Marktwächter

Unterstützen Sie uns bei der Marktbeobachtung und teilen uns Ihre Erfahrungen mit.

Die Marktwächter auf Twitter