Marktwächterwarnung: Zweifelhafte Geldanlagen im Internet

12.10.2016

Verbraucherbeschwerden über mögliche Schneeballsysteme nehmen zu

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Euroscheine verschwinden in einem Strudel
Verbraucherbeschwerden über mögliche Schneeballsysteme nehmen zu
© ufotopixl10/Fotolia

Frankfurt/Berlin, 12. Oktober 2016: Verbraucher beschweren sich zunehmend über undurchsichtige Geschäftsmodelle im Internet. Dort werben zum Beispiel vermeintliche Crowdfunding-Anbieter auf YouTube für ihre Angebote. Im Frühwarnnetzwerk des Marktwächters Finanzen wurden aus neun Bundesländern sowie über das Portal marktwaechter.de neue Fälle gemeldet, die den Verdacht auf verbotene Schneeballsysteme nahelegen. Die Marktwächter-Experten der Verbraucherzentrale Hessen warnen deshalb vor betrügerischen Angeboten, die sich als simple, seriöse und renditestarke Geldanlage präsentieren.

Ob durch das Anklicken von Werbeanzeigen im Internet oder das Vermieten freien Speicherplatzes auf dem eigenen PC: Gemeinsam ist den Geldanlageangeboten, dass Verbraucher zuerst eigenes Geld investieren müssen. Die Zahlung ist angeblich nötig, um Einnahmechancen zu verbessern, sich technische Unterstützung des Anbieters zu erkaufen oder schlicht als Bearbeitungsgebühr für den Initiator. Verbraucher meldeten sich beispielsweise mit Beschwerden zu den Angeboten von Crowdfunding International (CFI), WoWiCro oder Kairos Technologies.

HInter Crowdfunding kann Schneeballsystem lauern

Unter den Verbraucherbeschwerden finden sich auch vermeintliche Crowdfunding-Anbieter, die den Anschein erwecken, Spenden für Projekte einzusammeln. Die Modelle bestehen aus Spenderstufen: Der erste Spender zahlt einen festen Betrag, von dem ein Teil an andere Empfänger fließt. Sobald man eine bestimmte Stufe innerhalb der Hierarchie erreicht hat, kann man die Spenden selbst behalten. Die Einnahmen sollen mit dem Erklimmen weiterer Stufen exponentiell steigen.

Zusammenbruch des Modells ist vorprogrammiert

Im Kern geht es bei den Anbietern, zu denen Beschwerden vorliegen, darum, neue Partner anzuwerben, die ihrerseits aktiv werden und das System am Laufen halten. „Da es dazu einer immer größeren Zahl an Teilnehmern bedarf, bricht es in der Regel zusammen. Das ist ein Merkmal von verbotenen Schneeballsystemen“, sagt Wolf Brandes, Teamleiter Marktwächter Finanzen bei der Verbraucherzentrale Hessen.

Verantwortliche oft nicht greifbar

Typisch ist neben der Endlichkeit der Zahl möglicher Teilnehmer aber auch die Verschleierung der Initiatoren. So finden sich hier nicht selten Briefkastenadressen im Ausland. Das macht es schwierig, die Verantwortlichen im Fall eines nachgewiesenen Betrugs zur Rechenschaft zu ziehen.

„Zwar handelt es sich hier nicht um eine klassische Geldanlage“, so Wolf Brandes. „Aus Sicht eines Verbrauchers kann das beworbene System aber wie eine profitable Geldanlage wirken, da er im Verhältnis zur investierten Summe ein Vielfaches zurück erhalten soll. Gerade die intensive Bewerbung und Verbreitung im Internet und über soziale Medien stellt in unseren Augen ein Risiko dar. Wir prüfen deshalb rechtliche Schritte gegen auffällige Anbieter.“

Verbraucher können auf www.marktwaechter.de weitere Hinweise auf Unternehmen geben, deren Geschäftsmodell augenscheinlich auf dem Schneeballprinzip beruht und sich melden, wenn sie bei solchen Angeboten Geld verloren haben.

Teamleitung

Wolf Brandes
Marktwächter Finanzen
Verbraucherzentrale Hessen

Ansprechpartner

Timo Beyer
Teamleiter Marktwächter Kommunikation
(030) 258 00-529
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