Marktwächterwarnung: Telefonbetrug mit „Microsoft-Masche“

05.10.2016

Verbraucher melden weiterhin Betrugsfälle

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Marktwächterwarnung: Telefonbetrug mit „Microsoft-Masche“
Marktwächterwarnung: Telefonbetrug mit „Microsoft-Masche“
Credit: Scanrail / fotolia.com

Verbraucher erhalten Telefonanrufe von vermeintlichen Microsoft-Mitarbeitern, die helfen wollen, ein angebliches Computerproblem zu beheben. Betroffene werden am Ende genötigt, bis zu 250 Euro zu zahlen. Weigern sich diese, drohen die Täter beispielsweise mit der Löschung von Computerdateien. Obwohl die Masche als Microsoft-Technical-Support Calls bekannt ist und die Niedersächsische Staatsanwaltschaft hier bereits erfolgreich aktiv wurde, nehmen im Online-Beschwerdepostfach des Marktwächters Digitale Welt die Meldungen von Verbrauchern zu. Allein im September erhielten die Verbraucherschützer 20 neue Hinweise.

Anfang September meldete die Niedersächsische Staatsanwaltschaft ihr erfolgreiches Durchgreifen gegen eine Gruppe von Online-Betrügern, die von Indien aus operiert. Doch auch nach erfolgreicher Durchsuchung und Schließung eines Call-Centers in Kalkutta werden deutsche Verbraucher weiterhin von angeblichen Microsoft-Mitarbeitern angerufen und abgezockt – das zeigt sich im Beschwerdepostfach der Marktwächter.

Computer angeblich mir Viren befallen

Dabei behaupten die Betrüger, dass die Computer der Verbraucher beispielsweise mit Viren oder Trojanern infiziert seien. Der Anrufer sei beauftragt, diese Computerprobleme zu beheben. Folgt der Verbraucher den Anweisungen per Telefon und spielt eine Software zur Fehlerbehebung auf den PC, erhalten die Betrüger direkten Zugang zum Computer des Betroffenen. Die Folge: Das Opfer soll bis zu 250 Euro für die angebliche Reparatur überweisen. Zahlt der Verbraucher nicht, dann drohen die Täter mit dem Löschen von Computerdaten.

Problem bleibt weiterhin aktuell

„Das jüngste Durchgreifen des Landeskriminalamts Niedersachsen und der Staatsanwaltschaft Osnabrück war zwar erfolgreich, konnte das Problem der Telefonabzocke aber noch nicht beheben“, so Per Prins, Referent für Telekommunikation des Marktwächters Digitale Welt in der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. „Auch weiterhin werden Verbraucher durch diese kriminellen Anrufe belästigt und unter falschen Tatsachen genötigt, ihren Computer für den Anrufer freizugeben. Das Problem bleibt aktuell. Das Call-Center in Kalkutta war scheinbar nur die Spitze des Eisbergs.“

Strafenzeige bei der Polizei

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück geht davon aus, dass bis September 2016 bundesweit mehr als 7600 Personen durch diese Betrugsmasche geschädigt wurden. „Die Dunkelziffer wird allerdings um ein Vielfaches höher geschätzt“, so Prins. Verbraucher, die in jüngster Zeit Erfahrungen mit derartigen Telefonbetrügern gemacht haben, können Strafanzeige bei der Polizei erstatten.

 

Wie Betroffene am besten mit einem solchen Anruf umgehen, erfahren sie auch über den folgenden Link: http://www.verbraucherzentrale.de/betrug-per-telefon. Wenn Sie unsicher sind, können Sie sich auch bei Ihrer Verbraucherzentrale individuell beraten lassen. Eine Übersicht über nahegelegene Verbraucherzentralen und deren Beratungsangebot finden sie unter www.verbraucherzentrale.de/beratung.

Verbraucher, die von dieser Masche betroffen sind, können uns ihre Beschwerde über unser Beschwerdepostfach mitteilen. Geben Sie in diesem Fall auch immer die Telefonnummer mit an, die Sie anrufen sollten sowie die Firma, mit der Sie (angeblich) gesprochen haben. Dies hilft uns bei der Bearbeitung dieser Fälle weiter.

Teamleitung

Tom Janneck
Marktwächter Digitale Welt
Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein

Ansprechpartner

Timo Beyer
Leiter Marktwächter Kommunikation
(030) 258 00-529
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