45.000 auffällige Meldungen – So helfen Verbraucher der Politik

17.06.2019

Aufsichtsbehörden und Politik reagieren auf Meldungen der Marktwächter. Das Ergebnis: Mehr Sicherheit und verbraucherfreundliche Gesetze.

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vzbv-Vorstand Klaus Müller diskutiert mit einer Gruppe am Stand der Marktwächter-Tour in Berlin
Station der Marktwächter-Tour in Berlin
© vzbv / Odeta Catana

Über 45.000 auffällige Meldungen haben die Marktwächter über das Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen in rund 4 Jahren aus mehr als 2,6 Millionen Verbraucherberatungen und -hinweisen sowie online via marktwaechter.de ermittelt. Pro Woche erreichen die Marktwächter-Experten über 300 Meldungen, die auf Gesetzeslücken oder neue Betrugsmaschen hinweisen. So helfen Verbraucher Aufsichtsbehörden und Politik dabei, schneller einzugreifen und Missstände rasch zu beheben. Die Marktwächter gingen bereits mit 64 Verbraucher-Warnungen aktiv an die Öffentlichkeit und mahnten Anbieter in 157 Fällen ab. Auch das erste von den Marktwächtern angestoßene Gesetz ist schon in Kraft.

„Die evidenzbasierte Marktbeobachtung aus der Verbraucherperspektive ist ein großer Erfolg und in der Form einzigartig in Europa“, sagt Klaus Müller, Vorstand Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), über die Ergebnisse der Marktwächter-Projekte.

Ende Mai konnten sich die Marktwächter über drei Erfolge innerhalb weniger Tage freuen: Aufgrund von Erkenntnissen aus dem Frühwarnnetzwerk der Marktwächter gehen die Verbraucherschutzminister der Länder gegen Fake-Shops vor. Sie nehmen eine Gesetzesvorlage zur Identitätsprüfung der Domainbesitzer unter die Lupe.[1] Wegen neuester Marktwächterwarnungen diskutiert der Bundestag darüber, Gesetze zu Ticketbetrug über Anbieter wie Viagogo noch zur EU-Fußballmeisterschaft im Jahr 2020 zu verschärfen.[2] Zudem gibt eine Marktwächterveröffentlichung zu bezahlten Online-Bewertungen Anlass, dass das Bundeskartellamt einen eigenen Untersuchungsbericht zu Bewertungssystemen anfertigt.[3]

„Die Marktwächter beobachten erfolgreich den Markt aus Sicht der Verbraucher und fördern seit vier Jahren kontinuierlich Probleme an die Oberfläche“, erläutert Müller weiter. „Die evidenzbasierte Marktbeobachtung aus der Verbraucherperspektive gibt dem Verbraucherschutz in Deutschland neue Handlungsmöglichkeiten, macht ihn schneller und schlagkräftiger.“

Ergebnisse aus einer Marktwächter-Untersuchung vom 14. Juli 2016 führten zu schärferen Gesetzesvorgaben zur Transparenz in Standmitteilungen von Lebensversicherungen. Zum 1. Juli 2018 traten die verbraucherfreundlichen Änderungen des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) in Kraft.[4] Mit dem Start im Oktober 2015 haben die Marktwächter-Projekte für den Finanzmarkt und die Digitale Welt ein Frühwarnnetzwerk aufgebaut. Seit Dezember 2017 fließen auch Beschwerden aus dem Energiemarkt mit ein. Die Erkenntnisse und Hinweise dienen der verbraucherorientierten Marktbeobachtung in Deutschland und dazu, Verbraucher frühzeitig vor Problemen zu warnen.





[1] SPIEGEL ONLINE (2019). Ministerien wollen gegen Fake-Shops vorgehen. Abgerufen von https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/fake-shops-im-internet-sollen-staerker-bekaempft-werden-a-1269070.html

[3] DIE ZEIT ONLINE (2019). Bundeskartellamt nimmt Online-Bewertungen unter die Lupe. Abgerufen von https://www.zeit.de/news/2019-05/23/bundeskartellamt-nimmt-online-bewertungen-unter-die-lupe-190523-99-348426

[4] Versicherungsbote (2018). IDD-Umsetzungsgesetz sieht neue Regeln zum 1. Oktober vor. Abgerufen von https://www.versicherungsbote.de/id/4872015/IDD-Umetzungsgesetz-Oktober/

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Die Marktwächter
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