Strom und Gas

14.12.2018

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Glühbirne vor mysteriösem dunkeln Hintergrund
Der Stromvertrag, der aus dem Dunkeln kam: Marktwächter Energie untersucht untergeschobene Strom- und Gasverträge
CC0 Pixabay

Strommarkt

Seit der Liberalisierung des Energiemarktes im Jahr 1998 hat die Zahl der Strom-Anbieter stetig zugenommen. Heute können private Kunden unter durchschnittlich 112 Stromlieferanten in ihrem jeweiligen Versorgungsgebiet auswählen. Die große Auswahl nutzen viele Verbraucher und wechseln jährlich ihren Stromanbieter.

Dadurch ist ein Wettbewerb entstanden, der aus Verbrauchersicht positiv ist, aber auch Probleme mit sich bringt: Im Schatten vieler seriöser Anbieter tauchen immer wieder schwarze Schafe auf, die mit fragwürdigen Geschäftspraktiken um Kunden buhlen. Dazu gehören auch neue, „kreative“ Angebote, die sich teilweise als nachteilig für die Verbraucher entpuppen.

Gleichzeitig spielen Stromeffizienz und neue Energiequellen eine immer größere Rolle, was auch direkt die Verbraucher betrifft. Eine Auswirkung dieser Entwicklung sind zum Beispiel Verbraucher, die als Prosumer aktiv am Energiemarkt teilnehmen,  indem  sie beispielsweise ihren eigenen Ökostrom erzeugen. Nicht zu Letzt könnten auch Menschen in Mietwohnungen durch Strom vom eigenen Dach – dem Mieterstrom – profitieren.

Gasmarkt

Private Haushalte benötigen mehr als zwei Drittel ihres Endenergieverbrauchs, um Räume zu heizen. Gas ist dabei einer der wichtigsten Energielieferanten.  Obwohl der fossile Brennstoff in privaten Haushalten eine so wichtige Rolle spielt, wird in öffentlichen Diskussionen über Energiekosten meist nur über Strom gesprochen. Dabei sind auch hier die Kosten für die Verbraucher seit 2000 rasant gestiegen sind. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt gab im Jahr 2015 über zwei Drittel mehr für Gas als im Jahr 2000.

Darüber hinaus finden sich bei dieser Energiequelle für Verbraucher viele weitere Fallstricke. Die Lieferantenauswahl ist groß – Kunden können durchschnittlich zwischen 90 Gasanbietern in ihrem jeweiligen Versorgungsgebiet wählen.  Im Zusammenhang mit einem Neuanschluss, der Versorgungszuverlässigkeit oder Liefersperren kann es zu Problemen kommen. Daneben ergeben sich aus einer verstärkten Sektorkopplung zwischen Strom und Gas neue Geschäftsmodelle, die Zulasten der Verbraucher gehen könnten.

Zusammenarbeit mit den Behörden

Die Wahrung der Marktfunktion im Energiesektor ist Aufgabe der Bundesnetzagentur sowie des Bundeskartellamts. Die Schlichtungsstelle Energie vermittelt bei individuellen Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und Energieversorgungsunternehmen. Der Marktwächter Energie untersucht den Bereich aus Verbrauchersicht und kann dabei auf direkte Erfahrungen im Marktgeschehen zurückgreifen, die den Aufsichtsbehörden nicht vorliegen. Neben gezielten und schnellen Verbraucherinformation liefert er so auch den zuständigen Behörden wichtige Informationen.

Teamleitung

Svenja Gesemann
Svenja Gesemann
Projektleiterin Marktwächter Energie
Verbraucherzentrale Bundesverband

Ansprechpartner

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Dániel Fehér
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(030) 258 00 331
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