Private Krankenversicherung: Probleme beim Tarifwechsel!?

01.02.2017

Verbraucherschützer untersuchen das Verhalten der Anbieter beim Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung und bitten Verbraucher um Hilfe

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Credit: Marco2811/fotolia.com

Hamburg/Berlin 1. Februar 2017: Viele Verbraucher mit einer privaten Krankenversicherung haben in den vergangenen Wochen Post erhalten: Die Beiträge für den Versicherungsschutz wurden teils drastisch erhöht. Verbraucher haben das Recht, bei ihrer Versicherungsgesellschaft den Tarif zu wechseln. Aus Beschwerden im Frühwarnnetzwerk der Verbraucherzentralen geht jedoch hervor, dass es dabei zunehmend zu Problemen kommt. Um festzustellen, wie sehr diese in Deutschland verbreitet sind, bitten die Marktwächterexperten der Verbraucherzentrale Hamburg Betroffene darum, ihre Erfahrungen zu schildern und ihre Korrespondenz zum Tarifwechsel einzusenden.Bei einem Tarifwechsel bleiben Verbraucher bei ihrem bisherigen Versicherer, so dass die Altersrückstellungen erhalten bleiben und auch keine erneute Gesundheitsprüfung erforderlich ist – soweit der neue Tarif keinen höheren Versicherungsschutz bietet. „Die Erkenntnisse aus dem Frühwarnnetzwerk der Marktwächter zeigen aber, dass es häufig Schwierigkeiten beim Tarifwechsel gibt: Sei es die langwierige Angebotserstellung oder der verweigerte Wechsel mit dem Hinweis auf den bekannten Gesundheitszustand, der eine Höherversicherung nicht zulasse. Wir haben sehr vielfältige Fälle“, berichtet Sandra Klug, Leiterin des für Versicherungen zuständigen Hamburger Marktwächter-Teams. „Dabei hat der Versicherte das Recht, auf Verbesserungen im neuen Tarif gegenüber dem alten Tarif durch einen sogenannten Leistungsausschluss zu verzichten“, so Klug weiter.

SCHWIERIGKEITEN BEIM TARIFWECHSEL BEREITS BEKANNT
Auch der Verband der Privaten Krankenversicherung ist sich der Schwierigkeiten beim Wechsel des Tarifs bewusst: Seit 2016 gelten die sogenannten Leitlinien für einen transparenten und kundenorientierten Wechsel. Dort werden „Kriterien einer guten Praxis des Tarifwechselrechts“ beschrieben. Zwar werden sie nur von etwas mehr als der Hälfte der Mitgliedsunternehmen anerkannt, diese bilden jedoch einen Marktanteil von gut 80 Prozent der Privatversicherten ab.

VERBRAUCHER KÖNNEN MITHELFEN
Aufgrund der Verbraucherbeschwerden, untersuchen die Experten des Marktwächters Finanzen nun die aktuelle Praxis der Anbieter beim Tarifwechsel: Wie schnell antworten Anbieter, werden Bedarf und Wünsche der Versicherten berücksichtigt oder wird abgewimmelt und verzögert oder gar falsch informiert? „Um ein umfassendes Bild zu erhalten, bitten wir privat krankenversicherte Verbraucher, uns ihre Erfahrungen zu schildern und ihre Korrespondenz zum Tarifwechsel zukommen zu lassen, damit wir diese in einer Untersuchung auswerten können“, so Klug.

VERBRAUCHER KÖNNEN SICH WIE FOLGT AN DER UNTERSUCHUNG BETEILIGEN:    
Für eine umfassende Untersuchung benötigen die Marktwächterexperten der Verbraucherzentrale Hamburg folgende Unterlagen der Betroffenen:

- eine Kopie der aktuellen Beitragsrechnung
- Korrespondenz mit dem Versicherer von der ersten Anfrage oder dem Schreiben zur Beitragserhöhung bis zum erfolgreichen Wechsel oder zur Ablehnung

Senden Sie Ihre Unterlagen unter Angabe der Telefonnummer oder E-Mail-Adresse für etwaige Rückfragen bitte an das Marktwächterteam der Verbraucherzentrale Hamburg

eingescannt per E-Mail an fmw@vzhh.de

oder per Fax an: 040/ 24832-2105

oder per Post an:

Verbraucherzentrale Hamburg
Marktwächter Finanzen
Kirchenallee 22
20099 Hamburg

Teamleitung

Sandra Klug
Marktwächter Finanzen
Verbraucherzentrale Hamburg

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